Schweizermeister- Titel 2008

Einleitung

Als Mitglied des AV- Tinca ist Lucas schon früh mit dem Angeln auf Weissfische in Kontakt gekommen. Mit Stipp-, Roubasienne -, Match- oder Bolognese- Rute ging es, mit Posen (Zapfen) für jede Gegebenheit, ans Wasser. Ausprobieren, was der Unterschied einer aus einem Stachel eines Stachelschweins gefertigten Pose und einer Pose mit Golfball- Oberfläche und Heliumbefüllung in der Praxis bedeutet. Welche Montagen gibt es? Wie werden diese richtig ausgebleit und eingesetzt? Kann es wirklich sein, dass es Posen gibt die flussaufwärts schwimmen? Fragen über Fragen, deren potentielle Antworten bestätigt werden wollten. Bestätigung für eigene Theorien gibt es beim Weissfisch- Angeln nur, wenn man zusammen mit anderen angelt. Diese Gelegenheit ergab sich für Lucas am 10.9.2006 – auf nationaler Ebene. Im Dress des AV- Tinca ging es zur ersten Teilnahme an einer Klassischen Schweizermeisterschaft, die damals am Broyekanal ausgetragen wurde. Ob die vorgängig aufgestellten Hypothesen Bestand hielten? Lucas brachte es auf 56gr Fisch (1 Rotauge), sein direkter «Nachbar» wurde Schweizermeister. 

Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen

Der durch das Schwimmen sehr erfolgsverwöhnte Lucas hatte mit diesem Ausgang mental zu beissen. Nach gründlicher Analyse und wichtigen Erkenntnissen folgte ein Motivationsschub sondergleichen. Der Fokus voll auf das Angeln ausgerichtet, erarbeitet sich Lucas in der kommenden Zeit die Basis für seine späteren Erfolge. Durch intensives Einlesen in die Materie und durch ständiges Training verbesserte er sich nicht nur im Handling mit dem Angelgerät, sondern auch beim Verstehen der Vorgänge im Wasser. Diese Fortschritte wurden durch erste Erfolge bei vereinsinternen Fischen bestätigt. Nach einem Jahr Unterbruch auf nationaler Ebene kam dann im Spätsommer 2008 die Zeit der Revanche. 

Der erste Cupsieg

Erneut im Beisein seiner Tinca- Kameraden, ging es für Lucas am Freitag, dem 19. September 2008, mit dem Bus nach Melide. Dieses Jahr wurde der Cup bzw. die Meisterschaft nicht am Broyekanal in der Westschweiz, sondern am Luganersee (Lago di Lugano) im Tessin ausgetragen. Am Samstag (Cup) startete das Anglerweekend für Lucas eher durchzogen. Umso motivierender also, dass sein Zimmergenosse Rolf Prasser, ebenfalls beim AV- Tinca, den Cup für sich entscheiden konnte! Der AV- Tinca hatte seinen ersten, nationalen Pokal gewonnen! Noch am gleichen Abend war für Lucas klar: er musste am Folgetag nachziehen! 

Heute zählt's

Schon beim Ziehen des Angelplatzes kam das lang ersehnte Zeichen von oben. Lucas darf sich auf einem der besten Plätze des Vortags einrichten. Doch schon Minuten nach dem Beginn wird klar, einfach dürfte es auch heute nicht werden. Wie schon 2006 fängt sein direkter Nachbar Fisch um Fisch, während sich bei Lucas, 7 Meter weiter, absolut nichts tut. Bei der festgelegten Angelzeit von drei Stunden kann das sehr schnell in einem nicht mehr einholbaren Vorsprung enden. Lucas versucht zu reagieren und gibt rund 45 Minuten wirklich alles – ohne auch nur einen Fisch zu sehen. Parallel läuft es dem Nachbar noch immer. Nach rund 60 Minuten folgt dann die Wende. Lucas bekommt den Schwarm Rotaugen doch noch auf seine Seite und kann nun selber Fisch um Fisch landen. Dies, während sein Nachbar das Nachsehen hat und keinen Fisch mehr fängt. Es gelingt Lucas, die Fische bis zum Abpfiff bei sich zu halten und so ein absolutes Topresultat zu erzielen. Wie sich später zeigt, hat Lucas mit seinen zwei Stunden erfolgreicher Angelzeit die Schweizermeisterschaft für sich entscheiden können. Ein riesiger, persönlicher Triumpf aber auch ein weiterer Meilenstein für den AV- Tinca, der an diesem Wochenende gleich doppelt gewonnen hat. 

Auszug der Zürichsee Zeitung vom 23. September 2008 und 16. Mai 2009


Petri Heil


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